Monthly Archives: Juni 2013

JANJA PEISSL 1. Thema Frauenrechte 2. Spaltung in der Gesellschaft 3. Thema Digitale Spaltung 28.06. - 02.08.2013

Schweige_ist_Gold_300Aufloesung

2011 Schweigen ist Gold
Öl, Gold/Lw (FR8)
60 x 90 cm

Henri Tassenoy Malerei

 

Henri Tassenoy

Geboren 1948 in Brüssel/Belgien

1968 zwei Semester Abendkurse in Zeichnung an der Akademie der Schönen Künste zu Brüssel.  Ansonsten Autodidakt.

Seit 1970 in Berlin.  Die meiste Zeit in Kreuzberg.

33_Henry_Tassenoy_Toter_Baum_Öl_auf_Lwd_70x100cm Toter Baum Öl  auf Lwd 70 x 100 cm

Janja Peissl Malerei, Collage, Relief

Ausstellung Janja Peissl

28.06. – 02.08.2013

Janja Peissls großer Themenkomplex umfasst Frauenrechte, soziale Gerechtigkeit und die damit einhergehende Spaltung in der Gesellschaft  zwischen Arm und Reich. Diese führt schließlich, durch die neuen Medien, zu einer digitalen Spaltung. Peissl nähert sich dem Thema auf unterschiedliche Art und Weise. Es finden sich unter ihren Werken einerseits imposante Ölgemälde, die sie mit reduzierter Farbpalette fertigt. Andererseits finden sich Bildobjekte, bei denen  Verpackungsmaterial, Dichtungen,  und andere Materialien Verwendung finden, denen Peissl eine neue Bestimmung zu verleihen mag.

In „Schweigen ist Gold“ blickt eine sehr schöne Frau mit einem perfekten Gesicht den Betrachter an. Auf irritierende Weise ist ihr Mund durch ein goldenes Pflaster verschlossen, so dass sie sich nur durch Augenkontakt mitteilen kann. Bei näherem Betrachten sieht man ihren Kopf unter einem imposanten Hut in einem schwarzen Nichts verschwinden, die äußere Schönheit wahrend.

In „Wunsch Kind?“ wiederum eine schöne Frau, die geheimnisvoll, aber zufrieden in die Ferne blickt. Sie geht durch ihr Gewand in ihre Umgebung über, bleibt aber trotzdem als Person wahrnehmbar. Bewusst verzichtet Janja Peissl auf einen blauen Mantel als Mariensymbol. Lediglich durch eine aufgesteckte Notiz mit Verweis auf ihren Sohn ist die dargestellte Frau als Mutter Gottes erkennbar. Peissl ermuntert dadurch, hinter die Fassade zu schauen.

Das Thema Christentum nimmt Janja Peissl in weiteren Werken auf und macht deutlich, dass die Frauen in diesem Kontext eine untergeordnete Rolle spielen, aber dennoch nicht wegzudenken sind.

In „Clown“ spielt Peissl mit dem Frauenbild in der modernen Arbeitswelt. Als erstes fällt der voluminöse, sehr schön gearbeitete Hut auf, unter dem sich eine Frau mit verführerischem Mund und Clown-Nase versteckt, daher kaum sichtbar ist. Die Frau scheint ihren silberfarbenen Hut als Schutzschild zu benötigen, die Krawatte als Phallussymbol ist abgeschnitten, dessen Spitze ist als Tasche umgearbeitet. An dieser ist demonstrativ, gleichsam einem Orden ein Ausweis geheftet, um die Frau als Boss erkennbar zu machen, da die dargestellte Person eine natürliche Autorität vermissen lässt.

Um die soziale Gerechtigkeit eindrucksvoll darstellen zu können, verwendet Janja Peissl bewusst   auch Restmaterialien, die erst auf den zweiten Blick als solche erkennbar sind.

In einem Bildobjekt steht ein ausufernder bunter Frühling einem kargen, dunklen Herbst gegenüber, dazwischen eine klare Trennung durch die Gesellschaft in Form eines menschlichen Antlitzes. Die Blumen gedeihen sichtlich besser auf der Sonnenseite, immerhin eine Blume ist auf der dunklen Seite vorhanden.

Auf raffinierte Art und Weise thematisiert Janja Peissl die Spaltung in der Gesellschaft in ihrem Werk „Spaltung“. Sie verwendet eine aufgeschnittene Leinwand, um die Kluft zwischen Arm auf der einen und Reich auf der anderen Seite bildlich begreifbar zu machen. Die Trennung zwischen Arm und Reich wird größer und scheint nicht mehr reparabel.

Bei einer Frauendarstellung muss sogar nach Außen physisch sichtbar notiert werden, dass die Ringe  der dargestellten Person jeweils „Millionen Wert“ sind. Denn der Schein trügt, offensichtlich wertlose Materialien werden edel und stolz präsentiert, um wertvoll zu wirken.

In drei weiteren Werken finden Dichtungen Verwendung, die somit den Reichtum karikieren und entlarven.

Die Spaltung zwischen Arm und Reich wird letztendlich in der modernen Wissensgesellschaft fortgeführt, indem es hier eine Spaltung der Menschen in Wissende und Unwissende gibt. Digitale Spaltung zeigt Peissl in zwei Bildobjekten unterschieden zwischen der analogen und digitalen Welt und die Wissenskluft in unserer Gesellschaft insbesondere im Bereich Informations – und Kommunikationstechnologie. Wer  die digitalen Medien zu nutzen weiß, ist reich an Informationen und kann sich mit der Welt vernetzen, die anderen bleiben unwissend und mit verschlossenen Augen zurück.   Michaela Schindler